Um wunde Brustwarzen zu vermeiden, ist es besonders wichtig für die Mutter eine bequeme Stillposition zu finden, die dann von Mal zu Mal geändert werden kann und die es dem Kind erlaubt, Druck auf verschiedene Bereiche der Brustwarze und die Vorhöfe auszuüben. So werden eventuelle Irritationen der Brustwarze und ein daraus folgendes Risiko von lästigen Verstopfungen oder Schmerzen beim Stillen vermieden: sie kann sich so entspannen und das Kind bleibt auch für längere Zeit ohne Anstrengung an die Brust angelegt.

Die richtige Stillposition finden

Abbildung 6a: Postionen zum Stillen

Stillposition – Sitzend oder liegend?

In sitzender Haltung wird das Kind an den Schultern zwischen den Armen gehalten: der Körper des Kindes muss aufrecht sein, aber auf eine Seite gedreht, so dass sein Bauch zur Brust der Mutter zeigt.

In dieser Position stützt sich der Kopf des Kindes auf den leicht nach hinten geneigten Unterarm und sein Mund befindet sich vor der Brustwarze (Abbildung 6a).

In den ersten Tagen nach der Geburt ist es besonders wichtig, dass das Rückgrat der Mutter gerade und im rechten Winkel zum Becken bleibt: so können Zerrungen am Rückgrat vermieden werden. Zum bequemen Sitzen beim Stillen kann auch ein Kissen als Stütze verwendet werden. Zur Entspannung der Bauchmuskeln kann es auch nützlich sein, die Füße auf einen Hocker zu legen. In dieser Haltung ist es ratsam, den Kopf des Kindes auf die Höhe der Brustwarze zu bringen. Somit wird das Herunterbeugen zum Kind und daraus folgende Schmerzen am Rückgrat und den Brustwarzen vermieden.

Liegende Stillposition

Abbildung 6b: Stillen in liegender Position

Wenn man den Mund des Kindes sanft aber beständig an die Brustwarze schmiegt, wird es bald spontan die Milch aus der Brust zu saugen beginnen.

Sitzende Stillposition: In dieser Position stützt sich der Kopf des Kindes auf den leicht nach hinten geneigten Unterarm und sein Mund befindet sich vor der Brustwarze (Abbildung 6a).
Liegende Stillposition: In der Position der Seitenlage bleibt das Kind aufrecht vor der Mutter, Bauch gegen Bauch, eine vor allem nach einem Kaiserschnitt oder im Fall von Rückenschmerzen nützliche Position (Abbildung 6b).
Rugbyball Stillposition: In der sogenannten „Rugbyball“ Position wird das Kind auf ein Kissen mit dem Bauch nach oben und dem Rücken auf den Arm der Mutter gelegt, die ihm den Kopf mit der Hand hält. (Abbildung 6c)

Rugby Stillposition

Abbildung 6c: Rugbyball Position

Auch diese Position ist nützlich bei Kindern, die Schwierigkeiten haben, an der Warze zu bleiben. Somit kann die Saugtechnik des Kindes besser beobachtet werden. Dies ist besonders wichtig nach einem Kaiserschnitt, da sie den direkten Druck auf die Wunde vermeidet. Die Position ist auch nützlich bei Zwillingen und im Fall großer Brüste, da sie das Entleeren der tieferen Milchgänge fördert.

Position der Brust während des Stillens

Es kann in vielen Fällen nützlich sein, die Brust mit der Hand in C Form (Daumen auf dem Warzenhof und die anderen Finger darunter und weiter hinten) zu halten und das Öffnen des Mundes durch Streicheln mit der Brustwarze zu stimulieren (Abbildung 7a – 7b).

Die Brust wird so positioniert, dass das Kind nicht nur die Brustwarze in den Mund nehmen kann, sondern auch einen großen Teil des Vorhofes, mehr unterhalb als oberhalb. Vor allem zu Beginn des Stillen birgt häufiges Stillen und ein schlechtes Anlegen die Gefahr der Schädigung der Brustwarze. Hier ist es gut entspannt zu sein, bei nicht zusammengezogenen Schultern und möglicherweise angelehntem Rückgrat. Der ganze Körper des Neugeborenen ist der Mutter nah, Brust gegen Brust, mit einer idealerweise geraden Linie vom Ohr bis zur Hüfte.

Wenn es gut angelegt ist, berührt das Kinn des Babys die Brust, der Mund ist sperrangelweit offen und die untere Lippe nach außen gebogen und NICHT nach innen, als ob es an einem Strohhalm saugen würde.

Die korrekte Saugtechnik unterstützen

Abbildung 7b: Der andere Finger und der Daumen bleiben frei zur Stützung des Kinns und der Wangen des Kindes

Die Brust richtig halten

Abbildung 7a: Halten der Brust mit Daumen und drei Fingern

Wenn der Fließreflex erst mal eingeleitet ist, saugt das Kind lange und tief unter Verwendung des Unterkiefers (beachten Sie die Bewegung der Muskeln nahe des Ohrs), die Wangen fallen nicht ein und es gibt kein Schmatzgeräusch. Sobald das Saugen beginnt, wird das Baby ruhig und entspannt und die Mutter fühlt keinen Schmerz in der Brustwarze.