Stillhäufigkeit

Die Neugeborenen müssen gestillt werden, wenn erkennbar ist, dass sie Hunger haben. Tatsächlich teilt das Kind seinen Hunger mit ganz präzisen Signalen mit: es fängt an sich zu bewegen und erscheint aktiver als sonst bei häufiger Öffnung des Mundes, kombiniert mit Saugbewegungen und -geräuschen. Die Stillhäufigkeit sollte demnach den Körpersignalen des Kindes angepasst werden.
ACHTUNG: Weinen ist ein verspätetes Zeichen von Hunger.

Stillen nach Bedarf des Kindes

Dem Kind muss die Freiheit gelassen werden sich an die Brust zu legen, wann immer es möchte. Dieses Stillsystem wird definiert als „Stillen nach Bedarf“: auf natürliche Weise stimuliert das Kind das Angebot an Muttermilch entsprechend seinen Bedürfnissen nach Nahrung. Das gestillte Kind bestimmt die erforderliche Menge Milch und muss auch nicht gestillt werden, wenn es nicht hungrig ist.

Die Qualität der Milch hängt auch von einer häufigen und vollständigen Entleerung der Brust ab. In den ersten Tagen sind die Stillzeiten kürzer, da die Milch in kleineren Mengen produziert wird. Danach nimmt die Milchproduktion zu und die Stillzeiten stabilisieren sich. Die Mehrzahl der Kinder benötigt 8 – 12 Stillzeiten pro Tag, was eine Mahlzeit alle 2 – 3 Stunden bedeutet. Da die Milch leicht in 60 – 90 Minuten nach dem Stillen verdaut wird.

Nach den ersten Tagen des Stillens ist es normal, dass sich die Brust weicher anfühlt, exakt deshalb, weil sich die Produktion nach den Bedürfnissen des Kindes richtet. Nach einigen Monaten nimmt die Brust wieder die Maße von vor der Schwangerschaft an, ohne deshalb das Vorhandensein von Milch auszuschließen. Denn diese wird weiterhin immer dann abgegeben, wenn das Kind gestillt wird.

ACHTUNG: Das Austreten von Milch hängt nicht mit der Menge der produzierten Milch zusammen.

Woran merkt man, ob die Mahlzeit ausreichend war?

Um zu verstehen, ob das Baby genug gegessen hat, ist es nicht notwendig es vor oder nach dem Stillen zu wiegen. Das klassische „doppelte Wiegen“ kann höchstens Befürchtungen bei der Mutter nähren. Abgesehen davon ist es unzuverlässig. Die einzigen Elemente die in Betracht gezogen werden sollten, sind die Art wie es saugt und schluckt, wobei es immer an der Brust gelassen werden sollte, bis es genug hat. Einmal satt, schlafen die Kleinen nach dem Stillen heiter und ruhig ein. Ob das Kind genug Milch bekommen hat, kann man auch an der Anzahl der genässten Windeln feststellen, die durchaus variiert.

Stillhäufigkeit nach dem 4. Lebenstag

Ab dem 4. Lebenstag: zwischen 5 und 7 Mahlzeiten pro Tag. Es kann außerdem hilfreich sein die Darmfunktion zu beobachten: Das Neugeborene kann mehrere Male am Tag flüssigen und gelblichen Stuhlgang haben oder aber nur einmal alle 24 – 48 Stunden, dafür aber in reichlichen Mengen. Das gute Wachstum ist aber in jedem Fall ein Zeichen dafür, dass es genug Milch bekommt. Es ist auch wichtig zu wissen, dass Kinder ,,Wachstumsschübe“ haben, schier unersättlich scheinen. Sie jammern und quängeln viel und wollen viel öfter gestillt werden. Typischerweise tritt das zwischen 10 Tagen und 2 Monaten nach der Geburt auf: häufigeres Stillen ist dann für einige Tage durchaus normal, bevor die Dinge wieder zur Normalität zurückfinden.

ACHTUNG: Dem Baby müssen KEINE anderen Flüssigkeiten zugeführt werden. Muttermilch ist sehr reich an Flüssigkeit (87%), Zuckern und Proteinen.