Die Gesundheit von Mutter und  Kind werden unmittelbar durch das Stillen beeinflusst. Insbesondere davon, wie lange gestillt wird und ob das Baby ausschließlich Muttermilch als Nahrung bekommt.

Je länger gestillt und auf jegliches Zufüttern verzichtet wird, umso mehr wird in die Gesundheit des Kindes und seiner Mutter investiert. Darauf beruhen auch die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die rät die ersten 6 Monate ausschließlich zu stillen und auch nach Beginn der Entwöhnung noch damit fortzufahren.

Kein Risiko durch Medikamente während der Stillzeit

Nichtsdestotrotz gab es in der Vergangenheit viele Kontraindikationen gegen das Stillen, von denen viele mit Krankheiten oder dem Gebrauch von Medikamenten zusammenhingen. Das Einnehmen eines Medikaments durch eine stillende Frau müsse schon als unvereinbar betrachtet werden, wenn nur der geringste Verdacht vorliegt.

Und doch bewerten internationale Organisationen, wie der WHO oder UNICEF,  oder wissenschaftliche Gesellschaften die Sicherheit der Einnahme eines Medikaments während des Stillens unterschiedlich. Diese Ratschläge sind oft widersprüchlich, weil sie von verschiedenen Analysen und Bewertungen abgeleitet werden, denen meist nur spärlich vorhandenen Daten der Pharmakokinetik des Stillens und der kollateralen Wirkungen zu Grunde liegen. Als Tendenz lässt sich erkennen, dass die Menge eines Medikaments in der Muttermilch und das damit verbundene Risiko oft überbewertet wird.

Dabei fällt auf, dass laut Warnhinweisen auf den Beipackzetteln, ca. 80 % der mehr als 11.000 auf dem deutschen Markt verfügbaren Arzneimittel nicht zur Einnahme während des Stillens geeignet sind, während nur für 2 % ein klares Urteil zur Sicherheit besteht. Dementsprechend beeinflussen diese Daten in der Folge die Entscheidungen der Gesundheitsanbieter und der Mütter.

Was Sie bei der Einnahme von Medikamenten während der Stillzeit beachten sollen

Die meisten Medikamente können auch während der Stillzeit eingenommen werden, da die Konzentration der Wirkstoffe meist so gering sind, dass kein Risiko für das Kind entsteht. Nur ein einigen Fällen, wie beispielsweise bei Medikamenten, die das Immunsystem der Mutter beeinflussen, besteht eine Ausnahme.

Generell sollten Medikamente erst nach dem Stillen eingenommen werden. Auch ist es besser, auf Medikamente zu setzen, die bereits länger auf dem Markt sind, so dass mehr über eventuelle Nebenwirkungen bekannt ist.

Sind Sie sich unsicher, ob Sie weiterhin Medikamente einnehmen können oder ob Sie Abstillen sollen, ziehen Sie einen Arzt zu Rat. So können Sie auf Nummer sicher gehen.