Tipps zum Stillen: Die korrekte Saugtechnik und die richtige Pflege der Brust

DIE KORREKTE SAUGTECHNIK um wunde Brustwarzen zu verhindern

Die richtige Saugtechnik

Abbildung 4: Die korrekte Annäherung des Säuglings an die Brustwarze

Zum idealen Stillen ist es grundlegend, die richtige Position herauszufinden, in der das Baby an die Brust angelegt wird. Korrektes Saugen ist einer der wichtigsten Faktoren, um eventuellen Problemen, wie Infektionen, Entzündungen oder Wunden an den Brustwarzen, beim Stillen vorzubeugen bzw. abzuhelfen.

Die falsche Stillposition kann dagegen mehrere Probleme hervorrufen. Zum einen können Schmerzen oder sogar Wunden beim Stillen auftreten, welche womöglich Infektionen an den Brustwarzen verursachen und zu einem frühzeitigen Stillabbruch führen. Zum anderen bekommt das Baby, das an der Mutterbrust wie an einem Fläschchen saugt, nicht die zur Ernährung notwendige Menge. Das Resultat ist dann, dass es unruhig, hungrig und zornig wird, bis zum Punkt, an dem es die Brust komplett verweigert. Das ist oftmals der Grund für eine Verstopfung der Milchdrüsen, durch die Stau in den Milchgängen entsteht, der dann wiederum als Folge eine verringerte Produktion von Muttermilch haben kann. Es ist wichtig daran zu denken, dass „die Neugeborenen nicht an der Brustwarze gestillt werden, sondern an der Brust”.

Saugtechnik gegen wunde Brustwarzen

Abbildung 5: Richtige Saugtechnik

Wie der Säugling saugen soll:

  • Der Mund des Kindes muss sperrangelweit geöffnet sein, die Unterlippe nach außen gekehrt. Dadurch wird die Brustwarze in die Tiefe des Kindermundes eingeführt.
  • Lippen und Zahnfleisch pressen gegen den Warzenhof, d.h. den pigmentierten Teil der Haut um die Brustwarze. Der Warzenhof ist nur über der Oberlippe sichtbar, aber nicht unter der Unterlippe.
  • Die Zunge unter dem Hof bedeckt das Zahnfleisch und die Unterlippe und erleichtert so die Entnahme der Milch dank des rhythmischen Drucks des Hofes und der Warze gegen den harten Gaumen.

Wie der Säugling NICHT saugen soll:

  • Das Kind saugt oder „kaut“ die Brustwarze.
  • Die Zunge wirkt auf die Brustwarzenspitze ein.
  • Lippe und Zahnfleisch drücken auf die Brustwarze und nicht deren Hof.
  • Die Unterlippe ist vertikal oder nach innen gebogen.

 

Die richtige Pflege der Brust um Schmerzen bei Stillen zu verhindern

Während der Schwangerschaft bereiten sich die Brust und die Brustwarzen durch die von der neuen hormonalen Lage bedingten Reize natürlich auf das Stillen vor. Im Regelfall so weit, dass keine besondere Aufmerksamkeit oder Vorbereitung in diesem Sinne notwendig ist. Eher schon sind nützliche Vorkehrungen zur Vermeidung eventueller Probleme beim Stillen des Neugeborenen angesagt:

  • Die Brust nicht exzessiv waschen und niemals Reinigungsmittel oder Seifen auf den Brustwarzen verwenden, um sie nicht ihrer weichmachenden Substanzen zu berauben, die vom Warzenhof produziert werden
  • Das Auftragen von Cremes, Pomaden und Sprays, die bei der Geburt gratis in Form von Proben verteilt werden, vermeiden
  • Niemals die Brustwarzen vor jedem Stillvorgang waschen: das könnte für die Haut des Hofs schädlich sein und das Stillen erschweren. Stattdessen unbedingt die Hände gut reinigen. Vor allem, wenn man damit rechnet, die Brustwarzen berühren zu müssen
  • Die Brustwarzen, wenn immer möglich, nach dem Stillen an der Luft trocknen lassen
  • Das Tragen eines zu engen BHs vermeiden
  • Keine milchabsorbierenden Kappen aus Plastik verwenden, da sie die Haut der Brustwarzen noch sensibler machen können

Sollten dennoch Wunden oder Schmerzen beim Stillen auftreten, vermeiden Sie Hilfsmittel wie Brustwarzensalben oder –cremes, denn diese können den Geschmack und den Geruch der Muttermilch verändern. Stillhütchen aus 99,9% Silber sind eine natürliche Alternative, die sowohl Kind als auch Mutter schonen.