Medikamente während der Stillzeit

Arzneimittel in der Stillzeit – schädlich für das Kind?

Laut der Daten der wissenschaftlichen Literatur aus einer epidemiologischen Studie aus Holland, (Schirm E, Schwagermann MP, et al. Drug use during breastfeeding. A survey from the Netherlands. Eur J Clin Nutr 2004; 58: 386 90) brauchen ca. 66 % der stillenden Frauen Medikamente, oft mit der Unsicherheit, ob die Behandlung nicht unvereinbar mit der Gesundheit des Kindes ist, was sie schließlich zu einem Dilemma führt: von Anfang an aufs Stillen verzichten oder sich später dazu zu entscheiden, das Stillen abzubrechen.

Mit anderen Worten: es besteht ein Konflikt seitens der Frau zwischen dem Stillen und dem Gebrauch von Arzneimitteln auf Grund der Furcht, beim Kind Schäden an der Gesundheit zu verursachen. Es ist dem Arzt fast immer möglich, eine sichere Medizin für stillende Frauen, die eine Behandlung benötigen, auszumachen. Die Mehrzahl der Medikamente geht nur in minimalen Mengen in die Muttermilch über und verursacht selten Schäden beim Kind durchs Stillen. In den meisten Fällen verursacht die Unterbrechung des Stillens dem Kind mehr Schaden, als es das eventuell über die Muttermilch aufgenommene Medikament verursachen könnte.

Eine Frage der korrekten Information

Außer dem vollen Bewusstsein über die Einnahme eines Medikaments, werden der Mutter auch nützliche Ratschläge hinsichtlich der Vermeidung kollateraler Schäden beim Kind gegeben: es ist vorzuziehen, das Medikament direkt nach dem Stillen einzunehmen, da so der Spitzenwert der Konzentration im Blut für den Säugling vermieden wird. Bei psychotropen Medikamenten, d.h. Substanzen, die in der Lage sind, die Stimmung, die mentale Verfassung und/oder das Verhalten zu verbessern, wird die Mutter immer über die beim Kind zu überwachenden Symptome informiert:

  • Änderung des Wach-Schlaf Zyklus
  • Das Auftreten von Müdigkeit
  • Ernährungsprobleme

Solange sie in der Muttermilch präsent sind, können die psychotropen Medikamente, außer den oben beschriebenen kurzzeitigen Wirkungen, außerdem auch langfristige Wirkungen auf das zentrale Nervensystem des Säuglings haben, die jedoch die Vorteile und den Nutzen der Muttermilch für die intellektuelle Entwicklung des Kindes nicht vermindern.

Embryotox

Abb. 8: Webseite der Charité mit weitreichenden Informationen zu Medikamenten

Sollten Sie sich dennoch unsicher sein, über die Medikamenteneinnahme während der Stillzeit, beachten Sie folgende Empfehlungen:

  • Fragen Sie bei Arzt, Stillberaterin oder Hebamme um Rat
  • Lassen Sie sich ein stillverträgliches Medikament verschreiben
  • Achten Sie darauf, dass das Medikament nicht in Alkohol gelöst ist
  • Legen Sie, falls erforderlich, eine kurze Stillpause ein

Zu diesem Zweck weisen wir auf die Webseite der Charité hin, die sich mit Medikamenten während der ­Schwangerschaft und des Stillens befasst und die unter folgendem Link aufgerufen werden kann: https://www.embryotox.de/einfuehrung.html